Chancen und Herausforderungen grüner Finanzierungen für Unternehmen und Investoren

Green Finance Workshops bei Latham & Watkins in Frankfurt und München: “Corporate Finance in Times of Climate Change: Understanding Green Bonds and Loans"

7. Februar 2020

Der Kampf gegen den Klimawandel genießt in der Öffentlichkeit aktuell höchste Priorität und erfasst immer mehr Bereiche. Nachhaltige Investments und sogenannte ESG-Themen, also Environment, Social und Governance-Faktoren (kurz: ESG), gehören derzeit zu den Top-Themen auf der Tagesordnung von Unternehmen und nicht von ungefähr, denn Aktivisten, Investoren und die Öffentlichkeit messen Unternehmensentscheidungen an diesen Kriterien. Das gesteigerte gesellschaftliche Bewusstsein gegenüber einer nachhaltigeren Lebensweise macht demnach auch vor der Finanzwelt keinen Halt. Green Bonds & Co. gelten schon lange nicht mehr als esoterische Finanzprodukte sondern bieten vielmehr attraktive Möglichkeiten, Investmentportfolios zu diversifizieren. Grüne Finanzierungen befinden sich auf dem Vormarsch.

Welche Chancen und Herausforderungen bietet dieser schnell expandierende und sich entwickelnde Markt? Wie sieht der aktuelle regulatorische und rechtliche Rahmen in Bezug auf nachhaltige Finanzinstrumente aus?

Mit diesen und weiteren Fragestellungen und den jüngsten Trends bei nachhaltigen Unternehmensfinanzierungstransaktionen und sowie den Perspektiven beschäftigten sich die Experten unserer Paneldiskussionen in Frankfurt und München, Manuel Adamini (Head of Investor Engagement, Climate Bond Initiative), Giuseppe Cosulich (Head of Green Debt Capital Markets, Credit Suisse), Uwe Falk (Head of Corporate Treasury, BayWa AG), Antonio Keglevich (Global Head of Sustainable Finance Advisory, UniCredit Bank AG), Miriam Kumerle (Deputy Head of Corporate Treasury, BayWa AG), Sven Reißig (Corporate Counsel, Henkel AG & Co. KGaA) sowie Alexandra Hagelüken (Partnerin bei Latham & Watkins) und Aaron Franklin (Associate bei Latham & Watkins, New York). Aaron Franklin leitet die globale Sustainable Finance-Initiative von Latham. Die Kanzlei konnten ihre führende Position im Bereich der Beratung zu nachhaltigen Finanzierungen im Jahr 2019 weiter festigen, indem sie an 16 Transaktionen mit einem kumulativen Wert von mehr als 14,7 Mrd. US-Dollar (Äquivalent) teilgenommen hat.

Gleichwohl sich grüne Finanzierungen auf dem Vormarsch befinden und bereits eine Vielzahl von nachhaltigen Finanzprodukten auf dem Markt sind, stimmten alle Experten überein, dass die generelle Frage – Was genau gilt als nachhaltig und grün? – noch nicht vollständig beantwortet und insbesondere nicht geregelt ist: Es fehlt der rechtlich verbindliche Standard. Der große Vorreiter auf regulatorischer Ebene  hier waren sich auch alle Diskussionsteilnehmer*innen einig-  ist die Europäische Union. Bereits 2018 hat die Kommission im Rahmen des Sustainable Finance Actions Plans einen Entwurf zu einer Verordnung über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen veröffentlicht.

Ausblick auf 2020

Um die Frage – Was genau gilt als nachhaltig und grün? – zu klären, wird die Diskussion zu Sustainable Finance Labels voranschreiten und auch der Druck auf Politik und Regulatorik wachsen. Darüber hinaus wird auch das Interesse von Investoren zur Thematik der Vergleichbarkeit grüner Fonds steigen: Dies zeigt die aktuelle Debatte, ob Ratingagenturen ESG-Kriterien in ihren Bewertungen einfließen lassen sollten. Auch den aktuellen ESG-Bewertungen liegen keine einheitlichen Bewertungskriterien zugrunde.

Die Experten  waren sich einig, dass insbesondere rechtliche Rahmenbedingungen dem abschließenden Durchbruch von Green Finance noch entgegenstehen. Daher bleibt es auch in 2020 spannend, wie diese Entwicklungen weiter voranschreiten und welche neuen Marktteilnehmer das Parkett betreten werden. Insbesondere mit Blick auf die USA und deren Vormarsch in Bezug auf Green Finance.

Zur Frage – was genau gilt als „sustainable“ bzw. „green“? –  finden Sie einen Beitrag auf unserem LathamGermany Blog.

 
 
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